Schmerzen im Intimbereich nach Beckenbodentraining

Feedback und konkrete Fragen zum CANTIENICA®-Beckenbodentraining, zum Buch TIGERFEELING, das perfekte Beckenbodentraining für sie und ihn.
Antworten
Benita Cantieni
Beiträge: 2794
Registriert: 22. Januar 2009, 08:07
Kontaktdaten:

Re: Schmerzen im Intimbereich nach Beckenbodentraining

Beitrag von Benita Cantieni »

Liebe Julia

Mein Mitgefühl.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie die Symptome brennende Harnröhre und geschwollene Schamlippen mit Beckenbodentraining, egal wie verkehrt, erschaffen haben und empfehle dringend Abklärung beim Gyn.

1
Wenn Sie vermuten, dass Sie mit den äusseren Schichten arbeiten, so wird das wohl so sein. Ich empfehle, das Training zu verfeinern. Wirklich ins Körperinnere reisen mit dem Levator ani. Die queren Bauchmuskeln entspannen, die Schwellschliessmuskeln in Ruhe lassen. Beckenstand checken, ist das Becken wirklich aufgerichtet, frei von jedem Druck von oben? Die Sitzbeinhöcker in Ruhe lassen und stattdessen nur noch mit dem Hüftpfannen arbeiten, ultrasanft, wie ich es im Buch TIGERFEELING - DAS PERFEKTE BECKENBODENTRAINING FÜR SIE UND IHN beschreibe.
2
Mit den Fersen etwas einsaugen, statt stupsen. Siehe 1, nur noch saugen, immer subtiler werden. Das Zwerchfell genau so wichtig nehmen wie den Levator ani. Ich weiss heute, dass die Zwischenstockwerke sozusagen Zwillinge sind. Genau gleich wichtig. Jeder Druck von oben schadet dem LA.
3
Ich kann und will hier nicht ganze Bücher nach- oder Online-Kurse vor-erzählen... Aufspannung checken, Zwerchfell aufspannen, Bauchseite, Flanken, Rückenseite gleich lang dehnen, Becken aufrichten und nicht murksen. Steht auch im PERFEKTEN BECKENBODENTRAINING. Ich habe jetzt gerade in einer Rückenausbildung gezeigt, wie sich die Hüftpfannen wie der Flügelschlag eines Schmetterlings bewegen lassen, schnell, leicht, ohne Anstrengung, rechts, links abwechselnd. Versuchen Sie das, schnell und leicht und abwechselnd. So schnell, dass Sie gar keine Chance haben, das Becken zu kippen und die Schliessmuskeln anzuspannen.

Schade, dass Sie die Fragen nicht mit der Instruktorin klären konnten, das darf eigentlich nicht sein. Das Online-Programm hilft hoffentlich weiter. Achten Sie darauf, wie subtil die Mikrobewegungen sind. Wenn Sie die Videos mit 5-facher Geschwindigkeit laufen lassen, sehen Sie, wie filigran die Bewegungen sind.

Alles Gute, BC
Julia P.
Beiträge: 1
Registriert: 14. August 2020, 17:41

Schmerzen im Intimbereich nach Beckenbodentraining

Beitrag von Julia P. »

Liebe Benita,

seit ich zurückdenken kann leide ich an Vaginismus. Ein Finger und Tampon einführen in die Scheide geht. Aber alles, was größer ist, verursacht mir extreme Schmerzen.
Ich bin schon vor längerer Zeit auf die Cantienica-Methode gestoßen, habe bereits einen Kurs besucht und auch eine Einzelstunde. Das Buch "Beckenbodentraining für sie und ihn" habe ich ebenfalls und beim Online-Programm bin ich angemeldet. Dank Corona hatte ich im Frühjahr sehr viel mehr Zeit und habe wirklich sehr intensiv trainiert. Zu Beginn lief alles gut. Ich habe auch gespürt, wie meine Sitzhöcker zusammengehen, wenn ich z.B. die Oberschenkel in der Leiste ausdrehe oder mit den Fersten in den Boden stupse. Ich habe parallel auch mit Dilatoren geübt und konnte mit der Zeit größere Dilatoren schmerzfrei einführen. Daher bin ich davon ausgegangen, dass ich alles richtig gemacht hatte - endlich!

Dann habe ich - wirklich von einem Tag auf den anderen - Schmerzen in der Harnröhre bekommen. Das ist nun 4 Monate her und seitdem habe ich jeden Tag Schmerzen: Mal Brennen in der Harnröhre, mal Schmerzen am Scheideneingang, mal fühlen sich meine Schamlippen aufgeplustert und geschwollen an. Ich spüre wie alles total verkrampft ist. Ich kann kein Fahrrad mehr fahren, kein Auto mehr fahren, kein Petting. Alles macht es nur noch schlimmer. Mittlerweile mache ich auch keine Übungen mehr, da ich Angst habe, alles falsch zu machen.

Meine Fragen wären folgende:

1. Liege ich richtig in der Annahme, dass ich wahrscheinlich doch meine äußeren Schichten mit angespannt habe? Ich weiß, dass du immer davor warnst, dass man die äußeren Schichten nicht übertrainieren darf. Ich bin wirklich davon ausgegangen, dass ich sie nicht mit angespannt habe. Oder könnte ich mir vielleicht irgendwas am Beckenboden verletzt haben?

2. Wie kann ich besser spüren, ob ich wirklich nur den Levator Ani aktiviere? Wie gesagt, ich habe beim Fersenstupsen z.B. gespürt, wie sich meine Sitzhöcker bewegen und bin davon ausgegangen, dass es der Levator Ani war. Offensichtlich habe ich mich geirrt.

3. Kannst du mir noch etwas empfehlen, wie ich die äußeren Schichten entspannen kann? Ich habe es ebenfalls schon mit heißen Bädern probiert und auch Dehnübungen (Yoga). Von letzterem wird es aber noch schlimmer meistens. Ich spüre manchmal einen richtigen Zug in der Region der Schamlippen und danach tut wieder alles weh.

Ich bin gerade sehr verzweifelt und weiß nicht, wie ich am besten weiter machen kann und woran es liegt, dass ich offenbar immer noch die falschen Schichten beim Training anspanne. Die Cantienica-Instruktorin, bei der ich war sagte mir, dass ich eine gute Haltung hätte. Ich bin immer davon ausgegangen, ein Hohlkreuz zu haben. Aber sie meinte, dass mein Becken gut aufgerichtet ist.

Ich hoffe, du hast vielleicht noch eine Idee, was ich machen kann, ohne die Situation weiter zu verschlimmern.

Vielen Dank im Voraus und danke auch für deine tolle Arbeit.
Julia
Antworten