Leiste

Leicht und ohne Schmerzen laufen lernen. Oder wie uns die Schwerkraft trägt. Fragen zu CANTIENICA®-go! und "Laufen mit Tigerfeeling für sie und ihn".
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NiLo
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Re: Leiste

Beitrag von NiLo »

Liebe Amrita

Danke für Ihre Erläuterungen, so kann ich das sehr gut nachvollziehen.
Ihr Ansatz hat was und gibt auch mir wertvolle Impulse. Vielen Dank dafür.

Ich versuche die Aufrichtung und Leichtigkeit jetzt mal auf umgekehrte Weise. Denn vom Boden weg nach oben "wachsen" und leicht werden will einfach nicht richtig klappen. Wenn ich aber den Körper an einen Goldfaden hänge, der von oben her kommt, gibt das bereits etwas Entlastung. Mal gucken, was mir noch an Hilfsmittel einfällt. Vielleicht mehrere Fäden, fliegende Lianen, ein Tarierjacket, eine Taucherboje. Oder ich installiere überall im Körper kleine Heliumballone... :-))

Sorry, fürs Rumspinnen. Bin schon weg.

LG NiLo
Amrita
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Re: Leiste

Beitrag von Amrita »

Liebe NiLo,

herzlichen Dank für Ihre guten Wünsche!
NiLo hat geschrieben: 4. April 2021, 23:48In meiner Körperlogik kann der Körper ohne gute Fussmuskulatur und ideale Ausrichtung der Füsse nicht genesen, schmerzfrei werden etc.
ja ... und nein. Menschliche Körper haben meiner Erfahrung nach so viel mehr Möglichkeiten der Heilung als erforscht wurde, und sie können erstaunlich viel ausgleichen, z. B. nach Unfällen. Und gerade die Schmerzregulierung scheint ein höchst wundersames Gebiet zu sein.

Bei mir war es so, dass ich zuerst andere Baustellen sanieren musste, bevor die Füße überhaupt eine Chance hatten, sich in ihre Ausrichtung und Kraft zu entwickeln (wobei letzteres eben erst begonnen hat). So stellte ich beispielsweise eine eine starke Verbindung zwischen Pyramidalis und Vorfuß bei mir fest. Indem ich diesen aktivierte und stärkte konnte ich überhaupt erst Kraft im Vorfuß erspüren.

Reine Fußgymnastik hat bei mir zu massiven Verschlimmerungen geführt, egal wie ich sie ausgeführt habe, die falsche Adresse für meine Bemühungen sozusagen.

Dass ich nun quasi reif dafür war, mich trotz Entzündung wieder an die Füße zurückzuwagen, das habe ich diesem Diskussions-, Beratungs- und Nachfragestrang zu verdanken. Insofern auch an Sie nochmal ein herzliches Dankeschön für das unbedarfte Nachfragen! Das hat mir wirklich sehr geholfen. Das Interessante ist, dass die Entzündung, nachdem sie noch eine Nacht kurz aufgeflammt war, danach innerhalb von zwei Tagen stark zurückgegangen ist. Die Füße scheinen das noch Unperfekte plötzlich zu verzeihen.

Jetzt geh ich mal weiterüben, damit das bald was wird mit der Leichtigkeit :)

Liebe Grüße und einen schönen Ostermontag wünscht
Amrita
Zuletzt geändert von Amrita am 5. April 2021, 13:11, insgesamt 2-mal geändert.
NiLo
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Re: Leiste

Beitrag von NiLo »

Liebe Amrita

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer neuen Körper-Entdeckung, sie klingt faszinierend und wegweisend.
Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin viel Erfolg und Freude dabei.
Amrita hat geschrieben: 31. März 2021, 22:46 Was meine Füße betrifft, so haben sie sich weniger als Opfer gesehen aber mehrmals berichtet, dass sie es überaus satt hätten, "dass von oben, soviel Gewicht auf sie draufgedrückt wird". Sie wollen - so sagten sie - mehr Leichtigkeit, viel mehr Leichtigkeit. Sie wollten einfach nicht mehr diejenigen sein, die ständig etwas ausbaden müssen, für was sie gar nicht gedacht sind. Dies hatte mich dazu veranlasst, sie nicht weiterhin "mit Gymnastik zu malträtieren", sondern den Fokus auch auf die ganzen anderen Baustellen zu legen.
Ich verstehe allerdings nicht, was Sie mit dem Satz meinen, Sie wollen Ihre Füsse nicht mehr mit Gymnastik malträtieren. Warum sprechen Sie von malträtieren?
Und beginnt nicht alles bei den Füssen?
In meiner Körperlogik kann der Körper ohne gute Fussmuskulatur und ideale Ausrichtung der Füsse nicht genesen, schmerzfrei werden etc.


Liebe Benita

Sehen kann ich die Leichtigkeit. Und hören, riechen, schmecken, sogar ertasten. In den Blumen, den Bäumen, den Vögeln, den Katzen, den Kirschblüten, den Himbeeren, der Sauerampfer, dem Wind.
Vielleicht ist sie aus meiner Propriozeption entschwunden?
Jedenfalls fühle ich mich zuweilen wie ein gerupfter Milan, der nun mühsam alle seine Federn einzeln einsammeln und sein Kleid neu zusammenfriemeln und ausrichten muss, um von ihm einst wieder getragen werden zu können... und schlussendlich frei zu fliegen.
Vielleicht kommt mit jeder gefundenen Feder ein bisschen mehr Leichtigkeit zurück. Und vielleicht wird das Kleid in diesem Leben noch fertig. Ansonsten bestimmt im nächsten.

Liebe Grüsse
NiLo
Benita Cantieni
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Re: Leiste

Beitrag von Benita Cantieni »

Liebe Amrita

Ah, die kleinen Stromstösse! Ja, die können auftreten. Ich hatte sie monatelang, und dann verschwanden die Blitzchen eines Tages und kamen nicht wieder.

Weiterhin viel Vergnügen auf Ihrer Selbsterforschungsreise, herzlich, BC

PS zu Privatlektionen per Zoom: Ich habe das cantienische Coaching ja bekanntlich erfunden und vermisse es auch. Ist jetzt nicht zu haben. Hat dazu geführt, dass ich/wir ein Ferncoaching entwickelten, das sich am Coaching in Echt messen lässt. Ich staune, was möglich ist. Es spricht sich auch langsam herum, jede, jeder, die, der sich darauf einlässt, sagt hinterher sinngemäss: "Wie konnte ich mich nur so sträuben. Es ist fantastisch." So können sich Menschen aus Allerwelt Privatlektionen und Livestreams leisten. Es schrieb mir gerade eine Livestreamerin aus den USA: "I love what we are learning in our bodies. I wake up and spend an hour or more lying here, aligning my vertebrae, slicing the salami, turning each vertebra in opposite directions and cats cradling all over and rolling my eyeballs and stretching my cranium and shoulders and lengthening my bones ... and now letting my feet have a great base with that foot within the foot. It all feels so very good and alive and healthy." Nach 5 Livestreams mit etwas Theorie und viel Praxis. Es funktioniert. Und es wird sich weiterentwickeln.

https://www.cantienica-zuerich.ch/
https://www.cantienica.com/training

Und hier noch der Link zum aufbereiteten und kostenlosen Maskenworkout-Download für alle:
https://shop.cantienica.de/Auch-mit-Mas ... lHajjZL1Dw
Amrita
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Re: Leiste

Beitrag von Amrita »

Liebe Frau Cantieni,
liebe NiLo,

nun habe ich auf Grund dieses Strangs tatsächlich einen Schalter gefunden, von dem ich schon ewig vermutete, dass es ihn geben könnte. Genaugenommen sind es zehn kleine Schalterchen, nämlich die Zehensöhlchen. Es ist so simpel wie faszinierend.
Benita Cantieni hat geschrieben: 1. April 2021, 08:30 47 Jahre meinte auch ich, ich müsste meine Füsse und die Erde darunter mit jedem Schritt von meiner Existenz überzeugen.
Ein lustiger Vergleich!

Bei mir ist es genau umgekehrt. Im Grunde will ich nicht wirklich hier sein. Rückblickend ist es ganz einfach: Indem ich die sensiblen Zehenflächen immer schweben ließ, konnte ich mich vom Energiestrom abkoppeln. Noch besser gelang mir dies, mit den Füßen auf der Außenkante.

Nun stelle ich Kontakt mit den Zehen zum Boden her und es fühlt sich an wie kleine Stromsteckerchen, die Energie vom Boden ziehen. Dann noch ein klein wenig Gas geben mit den Großzehengrundgelenken und schon vernetzen sich die Faszien kaskadenartig. Zum ersten Mal seit Urzeiten fließt mehr Energie rein als raus. Ich komme mir vor wie ein Akku, der begonnen hat, sich aufzuladen. Das ist noch keine Leichtigkeit, aber es fühlt sich super an. Allerdings kostet mich jedes einzelne Schrittchen Überwindung und ich muss mental voll dabei sein. Den Zehen gefällt's sehr, sie finden das spannend.

Heute früh hatte sich eine schöne Epiphanie eingestellt. Es war wie ein feines Hochblubbern von Kügelchen oder Pünktchen an der Wirbelsäule. Leider war es nach einer Stunde wieder vorbei. Es hat sich auch bereits eine Vorstellung eingestellt, wie das mit der Leichtigkeit gehen könnte. Aber Step by Step. Im Grunde hat mich alles so überrollt, dass ich im Moment noch hinterherhinke.

Für Ihren unermüdlichen Einsatz in diesem Forum und das Eingehen auf meine Fragen bedanke ich mich sehr herzlich! Leider ist eine Fahrt nach Zürich zur Zeit keine Option. Und es geht einfach nichts über das Coaching mit den Händen. Ich konnte erleben, dass eine Berührung durch Informationsübertragung Schlüsselbeine im Handumdrehen zum Fliegen bringt.

Ich wünsche Ihnen schöne Osterfeiertage!

Liebe Grüße
Amrita
Zuletzt geändert von Amrita am 3. April 2021, 21:59, insgesamt 1-mal geändert.
Benita Cantieni
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Re: Leiste

Beitrag von Benita Cantieni »

Liebe Amrita

Zur Diskussion mit NiLo: Das ist für mich eines der ganz grossen Rätsel, wie sich der Mensch die Leichtigkeit so schwer machen kann ... ich inklusive, denn 47 Jahre meinte auch ich, ich müsste meine Füsse und die Erde darunter mit jedem Schritt von meiner Existenz überzeugen. Erden, verwachsen, in den Bauch atmen, der ganze Schmarren. Doch als ich die Leichtigkeit wahrnahm, in den ersten Sekunden, übrigens durch artgerechtes Atmen, da saugte ich sie ein und auf und gab sie nie mehr her. Es schmerzt mich fast physisch, wenn ich spüre, wie sehr Sie (und NiLo und viele viele andere) diese Leichtigkeit ersehnen und nicht "sehen" ...

Also. Ich habe einige Ideen, die ich gerne mit Ihnen ausprobieren würde. Die Knochen umprogrammieren, damit sie vom Boden weg "denken" lernen, sich von der Schwerkraft tragen lassen. Knochenleicht atmen. Die Knochen übertragen diese Zentrifugalkraft/Leichtkraft an die Bänder, Faszien, Sehnen, Muskeln. In meiner Wahrnehmung in dieser Reihenfolge. Ihren blinden Fleck mit furchtloser Liebe aufspüren und benennen. Das wird ein Fest!

(Den Link von Marlene öffnen, es lohnt sich, diese Doku zur Erforschung der Propriorezeption anzuschauen: https://www.arte.tv/de/videos/073879-00 ... Q7CRqDO2qs)

Privatlektion per Zoom? Oder möchten Sie warten, bis ich wieder mit den Händen coachen darf? So, wie Sie im Stoff sind, kann ich mir eine Zoomlektion gut vorstellen, ich habe nach diesem ver-rückten Covid-Jahr auch viel Erfahrung, mit vielen neuen "Eingebungen", wie Sie sich selbst coachen können. Zoom hat den grossen Vorteil, dass wir das Resümee fürs Gedächtnis einfach aufzeichnen können. Für mich sind Mittwochnachmittage 14:00 h oder Freitagnachmittage 14:30 h ideal. 90 Min. funktionieren sehr gut, mit Videoaufzeichnung.

Ist das eine Option, können Sie sich bei Studioleiter Jan Koch melden, office@cantienica.com, er sucht mit Ihnen das passende Datum, mailt Ihnen einen geschützten Fragebogen nur für mich zur Vorbereitung, hat, falls Sie es brauchen, auch ein Zoom-Tutorial im Ärmel. 90 Min. kosten mit MWSt. und allem CHF 405.00 (Vor- und Nacharbeit inbegriffen).

Herzlich, BC
Amrita
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Re: Leiste

Beitrag von Amrita »

Liebe NiLo

Ihre
NiLo hat geschrieben: 31. März 2021, 16:05philosophische (Körper-)Einlage
gefällt mir :).

Was meine Füße betrifft, so haben sie sich weniger als Opfer gesehen aber mehrmals berichtet, dass sie es überaus satt hätten, "dass von oben, soviel Gewicht auf sie draufgedrückt wird". Sie wollen - so sagten sie - mehr Leichtigkeit, viel mehr Leichtigkeit. Sie wollten einfach nicht mehr diejenigen sein, die ständig etwas ausbaden müssen, für was sie gar nicht gedacht sind. Dies hatte mich dazu veranlasst, sie nicht weiterhin "mit Gymnastik zu malträtieren", sondern den Fokus auch auf die ganzen anderen Baustellen zu legen.

Liebe Grüße und einen schönen Abend wünscht
Amrita
Zuletzt geändert von Amrita am 1. April 2021, 06:41, insgesamt 4-mal geändert.
NiLo
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Re: Leiste

Beitrag von NiLo »

Liebe Amrita

Alles ausprobiert und nichts hilft? Kommt mir gerade sehr bekannt vor.

Amrita hat geschrieben: 31. März 2021, 13:47 Die Füße sind halt nur die Leidtragenden am untersten Ende und das geben sie mir auch deutlich zu verstehen.
Diese Aussage regt meine Gedanken an. Weil ich denke und dachte auch so. Ich überlege mir nur gerade ob das denn wirklich stimmt. Manchmal fühlt es sich so an, heute nicht. Heute ist etwas anders.

Wenn man sie als die Leidtragenden ansieht, die Füsse (oder welcher Körperteil auch immer), spricht man ihnen vielleicht eine Kompetenz ab, macht sie vielleicht ungewollt zum Opfer.
Das wollte ich genauer wissen. Darum habe ich die Füsse gefragt, habe auch mein starkes Bein gefragt (das leidet auch, also meinem Eindruck nach jedenfalls), ob sie Opfer sein wollen.
Es kam ein klares «Nein, wir wollen keine Opfer sein», es kam sogar ein noch vehementeres «Wir sind keine Opfer!».

Ich schliesse daraus: Wenn Körperteile keine Opfer sein wollen, keine Opfer sind, dann haben sie noch Kompetenz, und den Willen zur Besserung und vielleicht sogar zur Heilung. Gefällt mir, dieser Gedanke. Damit mache ich jetzt weiter. Von unten nach oben und von oben nach unten… und ich merke, es kommt etwas ins Fliessen. Nice.

Das fasziniert mich sehr und ich wollte es kurz teilen. Ob diese philosophische (Körper-)Einlage wirklich hier hin gehört, weiss ich nicht. Ich lasse sie mal stehen.

Thanks für den Austausch.

Liebe Grüsse
NiLo (w)
Amrita
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Re: Leiste

Beitrag von Amrita »

Liebe/r NiLo,

vielen Dank für Ihre Anteilnahme und die vielen Tipps, ich freue mich sehr darüber!

Ausprobiert habe ich leider schon alles, ebenso fleißig wie erfolglos. Die Füße sind halt nur die Leidtragenden am untersten Ende und das geben sie mir auch deutlich zu verstehen. Die entzündete Plantarfaszie würde ich sogar in den Griff kriegen, nicht aber die hyperempfindlichen Metatarsalköpfchen. Das Quergewölbe hat sich völlig verabschiedet, das Längsgewölbe wechselt munter zwischen Supination und Pronation. Murmelübungen geht nur ohne Murmeln und in der Luft, Fuß-X-en mache ich sehr gerne, noch lieber, Schwimmhäute langziehen. Auch die Knöchelchen am Vorfuß in die Breite ziehen ist sehr angenehm.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und liebe Grüße
Amrita
Amrita
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Re: Leiste

Beitrag von Amrita »

Guten Abend Frau Cantieni,

wie schön, dass Sie mich jetzt verstehen und hier Antworten geben. Ich (ver-)suche es schon sooooooo lange mit der Leichtigkeit, dass es keine Frage mehr von Zeit oder Geduld ist.

Liebe Grüße
Amrita
Zuletzt geändert von Amrita am 30. März 2021, 20:30, insgesamt 1-mal geändert.
Benita Cantieni
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Re: Leiste

Beitrag von Benita Cantieni »

Liebe Amrita

Hm. Das beschreiben Sie sehr schön. Frei von Beton und Autoreifen kann ich Ihnen mühelos folgen ...
Amrita hat geschrieben: 30. März 2021, 14:21 Bei mir ist alles soweit vernetzt, dass ich innerlich die Verbindungen von den Zehen bis zum Kopf wahrnehme. Die Kreuzverbindungen werden automatisch aktiviert, egal von wo aus ich eine Bewegung inszeniere. Ich spüre, wie verschiedene Rhythmen im Körper parallel ablaufen, Herzschlag, Atmung, Liquor und wie die Faszien diese Schwingungen weiterleiten, manchmal singt der BB ganz leise mit. Dass fällt mir alles nicht schwer. Ich kann hier beliebig eintauchen, wie in ein Meer voller Musik. Aber bei der Leichtigkeit in der ganz konkreten, realen Bewegung ist Schluss. Da ist es, als hätte man mir nasse Säcke um das Skelett gebunden. Ich komme mir vor wie ein Fahrrad, bei dem immer und immer wieder die Kette rausspringt.
Die Frage ist, wie kriegen Sie diese Verbundenheit von allem mit allem in den Alltag. Bei mir war es umgekehrt, zuerst die nackte Biomechanik, Füsse richtig ausrichten, die Knochen verschrauben, die Beckenknochen sortieren, die Wirbel entdrehen, und für jede feinmechanische Schwerarbeit wurde ich belohnt mit einer "kreatürlichen Epiphanie".

Faszinierend.

Wie können Sie die Biomechanik nun alltagstauglich machen, ohne den Zellgesang zu verlieren ... darüber muss ich nachdenken. Die nassen Säcke am Skelett sind ein schönes Bild. Vielleicht hängen da ja wirklich Fasziensäcke, die zum Fliessen gebracht werden möchten für das "Tidengefühl" im Körper. Ich melde mich wieder.

Danke für die Geduld mit mir, herzlich, BC
Amrita
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Re: Leiste

Beitrag von Amrita »

Liebe Frau Cantieni,

erst einmal ein herzlichen Dank für Ihr Bemühen! Und: Die Trainerinnen, die ich die letzten Jahre erlebt habe, sind (bis auf eine einzige Ausnahme, jetzt nicht mehr lizensiert) allesamt wunderbar, ich war immer sehr glücklich mit ihnen.

Die eher technische Beschreibung meines Ist-Zustandes war ein Versuch, mich verständlicher zu machen, nicht wie ich es von Innen oder mit Außenblick empfinde.

Nochmal ganz anders: Alle Himmeljahre fühle ich diese absolute Leichtigkeit, meist nur partiell aber immerhin. Sie stellt sich urplötzlich ein und es ist, wie wenn man in einer Parallelwelt gelandet wäre, so völlig anders als sonst. So schnell wie sich diese Erfahrung einstellt, ist sie dann allerdings auch wieder weg. Es kommt mir vor, wie auf der Suche nach dem heiligen Gral, der sich selten und wenn, gerade nur so deutlich zeigt, dass ich sicher sein kann, keiner Fata Morgana erlegen zu sein. Der dann aber ebensoschnell wie er aufgetaucht ist, wieder im Nebel verschwindet. Nicht greifbar, schon gar nicht machbar. Es hat mich auch oft gewundert, dass dieses Leichte relativ unabhängig von meinem Trainingszustand passiert oder eben nicht passiert. Kurz: Was mir fehlt, ist die Vernetzung, die alles so leicht macht.

Bei mir ist alles soweit vernetzt, dass ich innerlich die Verbindungen von den Zehen bis zum Kopf wahrnehme. Die Kreuzverbindungen werden automatisch aktiviert, egal von wo aus ich eine Bewegung inszeniere. Ich spüre, wie verschiedene Rhythmen im Körper parallel ablaufen, Herzschlag, Atmung, Liquor und wie die Faszien diese Schwingungen weiterleiten, manchmal singt der BB ganz leise mit. Dass fällt mir alles nicht schwer. Ich kann hier beliebig eintauchen, wie in ein Meer voller Musik. Aber bei der Leichtigkeit in der ganz konkreten, realen Bewegung ist Schluss. Da ist es, als hätte man mir nasse Säcke um das Skelett gebunden. Ich komme mir vor wie ein Fahrrad, bei dem immer und immer wieder die Kette rausspringt.

Liebe Grüße
Amrita
Zuletzt geändert von Amrita am 30. März 2021, 14:22, insgesamt 1-mal geändert.
NiLo
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Re: Leiste

Beitrag von NiLo »

Liebe Amrita

Zu Leiste und Co. kann ich gerade nichts beitragen, wegen eigener grossräumiger Baustelle.

Da ich seit einiger Zeit den einen Fuss auch viel stärker belaste als den anderen, schramme ich immer so knapp an einer Entzündung der Plantarfaszie vorbei. Meine Fusssohlenfaszie ist mal mehr, mal weniger gereizt. Um den Ausbruch der Entzündung zu verhindern oder sie im Anfangsstadium zu stoppen, habe ich etliche Dinge ausgetestet. Ich kann Ihnen gerne die erfolgreichsten nennen. Vielleicht gefallen diese Ihrem Fuss / Ihren Füssen auch.

1. Ich «behandle» immer beide Füsse, um zu vermeiden, dass sich einer benachteiligt fühlt. Und es tut dem nicht betroffenem Fuss genauso gut.
2. Ist Ihnen das cantienische Fuss-X bekannt? Es dehnt und spannt die komplette Fusssohle auf und ist für meine Füsse die absolut rettende (Notfall-)Übung. Sie lässt sich ideal in den Alltag integrieren, immer und überall. Falls Sie die Übung nicht kennen, irgendwo auf der CANTIENICA-Website gibt es ein (Kurz-)Workout für die Füsse. Als «Diagonalatmung am Fuss» wird sie dort bezeichnet. (Vielleicht auch die anderen Übungen ausprobieren?)
3. Meine Füsse mögen Igelbälle, in verschiedene Grössen, Härten, mit spitzen Noppen, stumpfe Noppen etc. Im stark gereizten Zustand arbeite ich mit so wenig Druck wie möglich. Oder nehme den Tennisball. Am Anfang habe ich den Fehler gemacht, dass ich viel zu stark gedrückt und gerollt habe. Bitte mir nicht nach machen. Zudem wollen meine Füsse beim Rollen mit den Bällen aufgespannt bleiben. Auch bei 4.
4. Nochmals Rollen. Mit einem kleinen Hartgummibällchen, ich glaube im «Laufbuch» kommen die auch vor. Wenn ich das Bällchen in der Mitte des Längsgewölbe hin und zurückrolle wirkt das entspannend und schmerzlindernd. Meine Füsse finden zudem immer irgendwelche anderen Triggerpunkte, die noch punktuell, aber sanft, gerollt werden wollen.
5. Die Übungen "Murmel fassen mit dem Füssen" helfen meinen Füssen auch sehr. Murmel mit dem Quergewölbe, der Ferse einsaugen. Anleitung siehe "Laufbuch".
6. Alle andere Dinge, die mir helfen, machen Sie bestimmt schon: Massieren, kühlenden Salben, Entzündungshemmer, fussgerechte Socken und Schuhe etc.

Gute Besserung und liebe Grüsse
NiLo
Benita Cantieni
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Re: Leiste

Beitrag von Benita Cantieni »

Liebe Amrita

Sie schreiben, Sie hatten eine Nebennierenschwäche, ich nehme an, rechts. Das kann schon ein Gefühl von "Organschwäche" hinterlassen. Sprechen Sie mit dem Organ. (Ich habe dafür "Augenreisen zu den Organen" kreiert. Doch sprengt die Anleitung den Rahmen des Forums.)

Nun kommt auch noch eine Entzündung in einem Fuss dazu ... Wenn Sie auf einen Fuss nicht auftreten können, verlagert der Körper kompensierend auf die andere Seite, sofern Sie nicht bewusst gegensteuern. Entzündung ausheilen, und dann bei Ihrer Trainerin eine Privatlektion buchen, oder, wenn Sie nicht zufrieden waren, mit jemand anderem. Zoom überwindet ja fast alle Grenzen, und es gibt sehr "zoom-begabte" Trainer*innen. https://www.cantienica.com/training

Achtung, ich erlaube mir die Direktheit, die Menschen manchmal schockt (obwohl sie genau diese scharfe Beobachtung von mir erhoffen): Mir fällt auf, dass Sie Ihren Körper von aussen betrachten, als machte er etwas ganz ohne ihr Zutun. Der Fuss, das Bein, das Becken, der Kopf ... Wenn Sie alle meine Bücher gelesen haben, wissen Sie: "Ich mache meine Skoliose", war die Geburtsstunde meiner Methode. Ich bin es, die meinen Körper falsch braucht, die ihn nicht kennt, die ihn feindselig oder aus der Opferhaltung betrachtet. Im Moment dieser – auch schmerzhaften – Erkenntnis zeigte sich die Türe in meinen Körper. Ich durchschritt die Türe und lebe seither meinen Körper, nicht er mich. Wir sind ein Team. Er, der Körper, ist mein persönliches Wunder und mein Lehrer. Wir entwickeln auch die Krankheiten und die Heilungen gemeinsam. Bis hierher haben wir gemeinsam soviel Heilung erschaffen, ich werde es ihm verzeihen, wenn er eines Tages einfach sterben will, der Strolch.

Können Sie diesen furchtlosen Schritt in Ihre Wahrnehmung machen? Ich bin ziemlich sicher, dass er Sie auch in das Innere Ihres Körpers katapultiert und es mit der Ausrichtung aus den Knochenzellen klappt. Von innen nach aussen. Das ist der Weg. So gross, wie Ihr Sehnen danach ist – Ihr Körper wartet auf Sie. Was ich schaffte, schaffen Sie auch.

Alles Gute, BC
Amrita
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Re: Leiste

Beitrag von Amrita »

Liebe Frau Cantieni,

ich versuchs nochmal. Sie haben aber ohnehin überaus treffend geraten:

Training nach all ihren Büchern, CDs, Videos auf Youtube, Kurse vor Ort (bis 2020) bei lizenzierten Trainerinnen (gold/platin).

Beckenschiefstand wahrscheinlich aber von außen nicht sichtbar, innen deutlich spürbar verzogen und leicht verdreht. Oberschenkel drehen nicht richtig aus. Brutskorb sehr leichte Skolios. Kopf leicht schief nach rechts, die rechte Gesichtshälfte einen Hauch tiefer.

Bsp.: Rückenlage, Fersen in die Luft, Beine rechtwinklig zum Oberkörper: Da ist die linke Hüfte total schmerzhaft. Ich würde dann gerne den Oberschenkel mit den Händen nach oben wegziehen, dann ist es besser. Aber ich kann den Oberschenkel nicht als solchen aus der Hüfte rausziehen.
Das klingt nach zu wenig Aktivität im Levator ani und nicht aufgerichtetem Becken. Kraftlosigkeit im Zwerchfell. Haltlosigkeit in den skelettnahen Muskeln.
Unterentwickelten Diagonalstrukturen. Mangelnder Aufspannung.
Stimmt leider alles. Aber das Training führt nicht so richtig zum Muskelaufbau in der Tiefe, obwohl ich versuche, das Gelernte in den Alltag zu integrieren und mehrmals pro Woche trainiere. Irgend etwas will oder kann einfach nicht und weigert sich partout, sich zu vernetzen. Ich hatte eine Nebennierenschwäche und frage mich, ob hier ein Zusammenhang besteht.
Nach meinem Empfinden und Aussagen der Trainerinnen in der Vergangenheit, liegt es auch nicht an fehlender Wahrnehmung, im Gegenteil. Jetzt wo ich das schreibe, überlege ich gerade, ob mir das vielleicht sogar im Wege steht. Eine digitalisierte Körperwahrnehmung sozusagen aber ohne "Gesamtbild".

Das blödeste: Da der Fuß seit Monaten entzündet ist, kann ich das eigentliche Gehen nicht trainieren, ein Teufelskreis.

Liebe Grüße
Amrita
Zuletzt geändert von Amrita am 29. März 2021, 21:40, insgesamt 3-mal geändert.
Benita Cantieni
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Re: Leiste

Beitrag von Benita Cantieni »

Liebe Amrita

Also. Ich rekapituliere.
Im Liegen und Sitzen haben Sie das rechte Bein unter Kontrolle.
Das linke Bein macht auf Beton und gleichzeitig auf Autoreifen. Das fordert meine Vorstellungskraft sehr, und Sie wissen, die ist gross.

Im Stehen und Gehen hat das rechte Bein Sie unter Kontrolle. Das Becken kippt weg.
Wieso verlagern Sie Ihr Gewicht auf den rechten Fuss? Meine Methode leitet an, die Füsse ganz vom Gewicht zu entlasten. Durch Ausrichtung und Aufspannung über den Fersen.
Mit verdrehtem Knie?
Das klingt nach zu wenig Aktivität im Levator ani und nicht aufgerichtetem Becken. Kraftlosigkeit im Zwerchfell. Haltlosigkeit in den skelettnahen Muskeln.
Unterentwickelten Diagonalstrukturen. Mangelnder Aufspannung.
Beckenschiefstand?
Wie kann die rechte Seite des Kopfes nach "unten, innen wegbrechen"? Was macht denn die andere Kopfseite?
Würden Sie die rechte Kopfseite nach rechts nur beugen, so tippte das Fernraten wiederum auf Beckenschiefstand. Rechts.

Geben Sie meiner Hellsicht bitte einen Hinweis, wie Sie trainieren. Bücher? Welche? Jahrgang? Online-Kurs? Videos on demand? Mischung? Worauf kann ich mich beziehen?

Falls mit angeleitetem Training, fragen Sie bitte Ihre Instruktor*in. Echtsicht schlägt Hellsicht.

Bis später, BC
Amrita
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Leiste

Beitrag von Amrita »

Guten Tag Frau Cantieni,

vielleicht könnten Sie mir einen hellsichtigen Rat geben - einer aus Ihrem reichen Erfahrungsschatz würde mir aber auch völlig ausreichen. Hauptsache ich kann irgendwann wieder gehen.

Obwohl ich seit Monaten nach Ihrer Methode trainiere, kriege ich die Beinachse nicht hin. Folgendes Problem:

Luftbein rechts ist federleicht im Sitzen und Liegen.
Betonbein links ist im Sitzen und Liegen zäh wie ein Autoreifen und gleichzeitig wie gelähmt. Die Hüfte links, als ob sie zu festgezurrt wäre, zu wenig Freiheit. Die linke Beckenhälfte kann nicht fallen, trotz loslassen. Wie festgezurrt alles (ISG?).

Nun kommt das Paradoxe: Im Stehen und Gehen ist es v.a. die rechte Seite, die immense Probleme macht, also da, wo das Luftbein im Liegen und Sitzen einwandfrei funktioniert. Mein rechter Fuß ist komplett überlastet, weil er quasi alles halten muss. Die rechte Beckenseite ist kraftlos, wie gelähmt. Dadurch wird der rechte Fuß extrem malträtiert, das rechte Knie verdreht sich nach innen, die rechte Nierengegend sackt nach links unten weg. Die komplette rechte Kopfseite bricht nach unten, innen weg. Was ich v.a. innen, am oberen, rechten Gaumen deutlich spüre (plus entsprechende Kieferprobleme rechts).

Meinem Empfinden nach ist es ein Multibaustelle. Das Becken ist oft noch leicht ins Hohlkreuz gekippt, der Pyramidalis immer noch ein wenig schwach, der Psoas kann vermutlich nicht richtig arbeiten. Aber obwohl ich das alles deutlich spüre, kann ich es nicht ändern.

Ich bin echt gespannt, ob Ihnen noch was einfällt.

Liebe Grüße
Amrita
Antworten