Liebe Elizabeth
Schmatzfrage. Danke.
Ich trainiere nicht "am Limit". Ich kann mich auch nicht erinnern, das je geschrieben oder gesagt zu haben. "Am Limit" assoziiere ich mit steinharten queren Bauchmuskeln, verspannten Gesässmuskeln, gedrungenem Torso, kurzmachenden grossen Brustmuskeln und Latissimi; gestauchtem Hals, Deltoiden kurz vor dem Zerplatzen und rotem Kopf.
Ich lote bei jedem Training meine Grenze aus und versetze sie soweit wie möglich: Die Positionen noch präziser aufbauen. Noch mehr Dehnung und Länge erreichen. Noch mehr Leichtigkeit in die Aufspannung bringen. Noch mehr Beweglichkeit anpeilen. Und wenn ich dieses Maximum, meinetwegen dieses Limit an Sorgfalt erreiche, mache ich so viele der C®-typischen Mikro-Reps wie möglich plus ein paar mehr ... am Stück. Nicht in Sets. Ich kann aus einer perfekten Rückenlage 30 unterschiedliche Bauchübungen ableiten.
Wenn meine Muskeln intensiv vibrieren und pulsieren, weiss ich: an der Grenze. Für heute. Zwei Tage intensive Nacharbeit der Muskeln und Faszien. Sensationen, keine Schmerzen. Ein Tag Erholung. Nächstes Training. Von innen nach aussen. Die äussere, verpackende Muskulatur peile ich nie isoliert an. Sie muss sich immer den langen Knochen und Strukturen "unterordnen". (Das hat mit meiner Skoliose und meiner Schmerzgeschichte zu tun. Viele jüngere Kolleg:innen finden Spass an funktionellem Krafttraining mit Langhanteln und Kettlebells und an Maschinen. Mit äusseren Muskeln, die von innen lang gehalten werden.)
Dieses bewusste Versetzen der vermeintlichen Grenzen unterrichten wir auch so in den Studios. Vielleicht leisten Sie sich ein paar Stunden, auch, um mehr Varianten der herausfordernden Übungen und neue Übungen kennenzulernen. Routine führt mich nicht über meine Grenzen, mein Körper braucht die Herausforderung vieler unterschiedlicher Übungen in immer neuen Formen und Varianten. Bunt wie das Leben. Alle Bücher und Videos zusammen zeigen nur ein Bruchteil unseres Reichtums ...
Von den Onlinekursen kommt meine "Meisterklasse" nahe an das, was ich meine: Ich absolviere das Programm unter 60 Minuten, mit Tempo und Intensität. Für Kraft in und Muskeln an den Armen arbeite ich mit freien Hanteln oder Kraftbändern aller Art. Neu entdeckt habe ich Hula-Ringe mit unterschiedlichen Gewichten für die Arme (toll fürs Gleichgewicht!). Die Kraft in den Beinen und die Ausdauer hole ich mit – cantienisierten, also gelenksicheren – Squats und Pliés und Kniebeugen, mit unseren fabelhaften Lunges und "Steilhängen", mit C®-optimierten Sit-ups und Push-ups und Planks und mit Treppenläufen. Mit "Pyramiden", "Beinscheren", Sprints, Jogging und auf dem Hometrainer. Die Form sichern mir meine Dehnungen, oft auch mit Kraftbändern.
Soll heissen: Sie können alle Prinzipien, die Sie sich durch das CANTIENICA®-Training erarbeitet haben, in isometrische Übungen oder klassisches Krafttraining übersetzen. Schulterpfannen ausrichten. Kopfhaltung sorgfältig einrichten, alle Hälse und Röhren lang halten. Kreuzbein als Chefwirbel nutzen. Den Psoas als absoluten Rückenstrecker behandeln. Organheber in jeder Übung aktiv halten. Das Zwerchfell radial aufspannen, also nie in den Bauch drücken. Diagonal atmen, um nicht zu verkrampfen. Und so weiter. Das ist das Schöne an CANTIENICA® Körper in Evolution: Das Prinzip der gesundheitsfördernden, biomechanisch logischen und im Sinn des Wortes aufbauenden Kettenreaktionen lässt sich in jede sinnvolle Bewegung einbauen.
Herzlich, BC
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